Erdähnliche Planeten überall?
11. Dezember 2003
Über hundert
extrasolare Planeten hat man bislang im All gefunden, doch eine zweite
Erde war nicht darunter - sie wäre auch zu klein, um mit den heutigen
Methoden aufgespürt zu werden. Doch wie viele erdähnliche Planeten
könnte man finden? Mehr als viele vielleicht denken, glauben
amerikanische Forscher, die die Entstehung von 44 Planetensystemen am
Computer simuliert haben.
Die Entstehung erdähnlicher Planeten ist die Regel, nicht die Ausnahme.
Darauf deuten zumindest neue
Computersimulationen von amerikanischen Forschern hin. Die Astronomen
verfolgten im Computer die Entstehung von insgesamt 44 Planetensystemen
in allen Fällen entstanden dabei auch erdähnliche Planeten. Ein
Viertel dieser Planeten befand sich in der so genannten "bewohnbaren
Zone", in der die Temperaturen das Vorkommen flüssigen Wassers - und
damit die Entstehung von Leben - an der Oberfläche erlauben.
"Unsere Simulationen zeigen eine erstaunliche Bandbreite
unterschiedlicher Planeten", erklärt der Doktorand Sean Raymond von der
University of Washington in Seattle, der die Modellrechnungen gemeinsam
mit seinem Professor Thomas Quinn, sowie dessen Kollegen Jonathan Lunine
von der University of Arizona durchgeführt hat. "Wir finden Planeten,
die halb so groß sind wie die Erde und trocken wie der Mars. Und solche
die drei Mal so groß sind wie die Erde und zehn Mal so viel Wasser
besitzen."
Die Simulationen der drei Forscher zeigen auch, dass die Menge an
Wasser, die ein erdähnlicher Planet besitzt, von den Bahnen der größeren
Gasplaneten in dem System abhängt. "Je elliptischer die Bahn eines
Riesenplaneten ist, desto trockener sind die erdähnlichen Planeten", so
Raymond. Der Planet Jupiter in unserem Sonnensystem umkreist die Sonne
auf einer nur leicht elliptischen Bahn. Deshalb, so Raymond, ist die
Erde zu 80 Prozent mit Wasser bedeckt. Wäre die Jupiterbahn
elliptischer, so wäre die Erde trocken wie der Mars. Und wäre die
Jupiterbahn exakt kreisförmig, so wäre die Erde vermutlich vollständig
mit Wasser bedeckt.
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