Milliarden unentdeckte Erden?
12. April 2002
Bislang hat
noch kein Astronom eine zweite Erde aufgespürt, doch nach Ansicht zweier
britischer Forscher dürfte sich die Suche lohnen. Ihre Modelle, die sie
jetzt auf einer Fachtagung in Bristol präsentierten , sagen mindestens
eine Milliarden erdähnlicher Planeten voraus. Als erstes Ziel für die
Suche schlagen sie das System 47 Ursa Majoris vor.
In unserer Galaxis gibt es Milliarden erdähnlicher Planeten. Das
behauptet zumindest der britische Astrophysiker Barrie Jones von der
Open University in Milton Keynes. Auf einer Fachtagung in Bristol
präsentierte der Forscher neue Ergebnisse von Computersimulationen, aus
denen er und sein Kollege Nick Sleep die Häufigkeit erdähnlicher
Planeten in der Milchstraße abgeleitet hat. "Obwohl wir noch nicht die
Möglichkeit haben, Planeten wie unsere Erde zu entdecken, können wir
doch theoretisch voraussagen, welche Planetensysteme bei anderen Sternen
wahrscheinlich einen erdähnlichen Planeten besitzen", erläutert Jones.
Jones und Sleep haben in ihren Computermodellen erdähnliche Planeten in
die wohltemperierten, also "bewohnbaren" Zonen der bekannten
Planetensysteme bei anderen Sternen eingefügt. In dieser so genannten
Ökosphäre kann Wasser in flüssiger Form existieren, Grundvoraussetzung
für die Entstehung von Leben. Die beiden Forscher beobachteten dann, ob
in dem Modell die Bahnen der erdähnlichen Planeten über Jahrmillionen
hinweg stabil blieben. Wenn stabile Umlaufbahnen in der Ökosphäre
möglich sind, dann ist es, so Jones und Sleep, auch wahrscheinlich, dass
dort ein erdähnlicher Planet existiert.
Das unserem Sonnensystem - bislang - am meisten ähnelnde System ist das
bei dem nur 46 Lichtjahre entfernten Stern 47 Ursa Majoris im Sternbild
des Großen Bären. Der Stern ist etwas heißer als die Sonne, entsprechend
liegt seine Ökosphäre etwas weiter außen. In dem System gibt es zwei
große, unserem Jupiter ähnelnde Planeten, die sich näher an ihrem Stern
befinden als die Riesenplaneten im Sonnensystem. Trotzdem, so zeigen die
Simulationen von Jones und Sleep, sind in der Ökosphäre von 47 Ursa
Majoris stabile Umlaufbahnen möglich. "Das ist sicherlich ein System, in
dem sich die Suche nach erdähnlichen Planeten und Leben lohnt", meint
Jones.
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